6. 12. 2010
Pressemitteilung des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung
Berlin, 6. Dezember 2010
Kulturstaatsminister Bernd Neumann unterstützt Aufbau einer Gedenkstätte beim „Bunker Valentin“ mit 1,9 Millionen Euro
Im Rahmen der Förderung nach der Gedenkstättenkonzeption wird sich der Bund in den kommenden fünf Jahren zusammen mit der Freien und Hansestadt Bremen an der Realisierung des „Denkortes Bunker Valentin“ in Bremen-Farge beteiligen. Staatsminister Neumann hob hervor: „Der gigantische Rüstungswahn der Nationalsozialisten und der gnadenlose Einsatz von Menschenleben zu der Realisierung des Werftprojekts sind die großen Themen, die der „Denkort Bunker Valentin“ aufgreifen muss. Es ist wichtig und notwendig, dass dieses gigantische bauliche Relikt des nationalsozialistischen Regimes für nachfolgende Generationen als Symbol für Größenwahn und menschenverachtende Ideologie zugänglich gemacht und mit einer Ausstellung museumspädagogisch begleitet wird. Dieses ist auch eine nationale Aufgabe. Deshalb habe ich entschieden, dass der Bund sich beim Aufbau der Gedenkstätte finanziell beteiligt.“
Aus dem Haushalt des Kulturstaatsministers werden für das Projekt 1,9 Mio. Euro bereitgestellt. Das Land Bremen finanziert das Projekt mit der gleichen Summe.
Ein Teil des Bunkers soll künftig als Denk- und Erinnerungsort über die Geschichte des Bauwerks informieren. Die bereits im Bunker befindliche Ausstellung wird überarbeitet und der besonderen Raumsituation angepasst. Eingerichtet werden sollen zudem ein Informationsraum für die Besucher sowie Räumlichkeiten für die pädagogische Arbeit in einem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Marine, das neben dem Bunker errichtet wurde. Einen wichtigen Schwerpunkt wird die Erarbeitung pädagogischer Angebote sowie Materialien darstellen.
Ende 1942 wurden die Planungen für den Bau einer verbunkerten U-Boot- Werft in Bremen-Farge aufgenommen. Dort sollte die Endmontage von U-Booten des neu entwickelten Typs XXI erfolgen. Vom Einsatz dieser U-Boote erhoffte sich das NS-Regime eine Wende im Kriegsverlauf. 10.000 bis 12.000 Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene oder Deportierte aus allen Teilen Europas arbeiteten unter unerträglichen Bedingungen auf der Baustelle. Mehr als 1400 Menschen verloren dabei ihr Leben.
Das Werftprojekt von riesigen Ausmaßen (400 Meter Länge, bis zu 97 Meter Breite, bis zu 33 Meter Höhe, Wandstärken von 4,50 Metern und Deckenstärken zwischen 4,50 und 7,50 Metern) wurde nie vollendet.
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Pressemitteilung der Pressestelle des Senats
6. Dezember 2010
Bürgermeister Böhrnsen begrüßt Entscheidung für Bunker Valentin
Bremen bekommt vom Bund in den nächsten fünf Jahren insgesamt 1,9 Millionen Euro für den Aufbau einer Gedenkstätte im ehemaligen U-Boot-Bunker „Valentin“. „Ich freue mich über die konstruktive Haltung“, sagte Bürgermeister Jens Böhrnsen, „durch die der Bund seine Mitverantwortung für das Projekt zum Ausdruck bringt.“ Damit können zentrale Maßnahmen wie die Herrichtung eines Besucherzentrums, die sichere Begehung auf einem Wegeleitsystem, die Erweiterung der bestehenden Ausstellung und die Entwicklung eines umfassenden pädagogischen Angebots finanziert werden.
Bürgermeister Jens Böhrnsen zeigte sich erfreut und zufrieden, dass das von der Landeszentrale für politische Bildung erarbeitete Konzept für den Bunker die Anerkennung und Zustimmung des Expertengremiums gefunden hat, das Kulturstaatsminister Bernd Neumann bei der Vergabe von Mitteln der Bundesgedenkstättenförderung berät. Mit diesem Votum, so Böhrnsen, sei sicher gestellt, dass im Bunker Valentin in den kommenden fünf Jahren ein Lernort entsteht. „Dieser ermöglicht eine dauerhafte und zeitgemäße Auseinandersetzung mit dem Thema Nationalsozialismus, die den künftigen Herausforderungen an die Arbeit in Gedenkstätten entspricht.“ Ausdrücklich dankte Böhrnsen den lokalen Initiativen vor Ort für die langjährige beharrliche Arbeit vor Ort, die Voraussetzung für den heutigen Erfolg gewesen ist. Böhrnsen: „Das ehrenamtliche Engagement wird auch weiterhin von hoher Bedeutung für die Arbeit der Gedenkstätte sein.“
4. 10. 2010
1. Veranstaltungshinweis
Guidepool Denkort Bunker Valentin
Nachdem der Senat die Landeszentrale für politische Bildung beauftragt, ab dem 01.01.2011 mit dem Aufbau des Denkort U-Boot Bunker Valentin zu beginnen, startet in Kürze die Ausbildung eine Guidepools für künftige pädagogische Angebote. Bereits im kommenden Frühjahr soll der Bunker für angemeldete Besuchergruppen geöffnet und ein provisorischer Betrieb etabliert werden.
Zentraler Bestandteil dieses ersten Angebots für Besucher/innen werden Rundgänge durch den Bunker und über das ihn unmittelbar umgebende Außengelände sein. Für diese Führungen sucht die Landeszentrale engagierte und interessierte Menschen als Guides, die diese Aufgabe auf Honorarbasis übernehmen möchten.
Von den zukünftigen freien Mitarbeiter/innen wünschen wir uns solide Kenntnisse der Zeit des Nationalsozialismus, Lust auf die Arbeit mit unterschiedlichsten Gruppen, die Fähigkeit im Team zu arbeiten und die eigene Arbeit zu reflektieren und weiter zu entwickeln. Darüber hinaus sind Fremdsprachenkenntnisse gerne gesehen.
Mehr Informationen über den Denkort U-Boot Bunker Valentin, das zukünftige Angebot und Bedingungen gibt es am
Dienstag, den 19.10.2010 um 18:00 Uhr
in der Landeszentrale für politische Bildung, Osterdeich 6, 28203 Bremen.
Interessierte, die die oben genannten Voraussetzungen erfüllen, sind dazu herzlich eingeladen.
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2. Bürgermeister Böhrnsen stellt neues Buch über den Bunker Valentin vor
„Ein in Beton gegossenes Verbrechen“ Neues Buch über den U-Boot-Bunker „Valentin“ erschienen
Mitteilung der Senatskanzlei
„Es ist ein wichtiges Buch für das bremische Gedächtnis. Ich bin dankbar, dass es diese Aufarbeitung gibt“. Mit diesen Worten kommentierte heute (22.9.2010) Bürgermeister Jens Böhrnsen das neue Buch über die Geschichte des monströsen Bunkers Valentin in Bremen-Farge. Das Bauwerk war eines der größten Rüstungsprojekte der NS-Kriegsmarine. Geschützt vor alliierten Bombenangriffen, sollten hier U-Boote gebaut werden. Bis zu 10.000 Menschen arbeiteten täglich an dem Bunker unter menschenunwürdigen Bedingungen, die meisten von ihnen waren Zwangsarbeiter. Viele überlebten den Einsatz nicht. „Der Bunker ist ein in Beton gegossenes Verbrechen“, so Herbert Wulfekuhl von der Landeszentrale für politische Bildung, der Herausgeberin des Buches.
Der Historiker und Autor Dr. Marc Buggeln hat ein Buch vorgelegt, in das viele neue Erkenntnisse und neu gefundene Dokumente eingeflossen sind. Zentrales Anliegen des Buches ist es, das Schicksal der Zwangsarbeiter sichtbar zu machen. Anhand ausgewählter Biographien lässt sich nachvollziehen, wer die Menschen waren, die von den deutschen Behörden zur Arbeit an dem U-Boot-Bunker nach Bremen-Nord verschleppt wurden und wie sehr die traumatischen Erfahrungen ihr weiteres Leben bestimmten. Ausführlich werden die Bedingungen auf der Baustelle und in den Lagern beschrieben.
Zu den neuen Erkenntnissen gehört, dass schon im Winter 1941/42 mehr als 150 sowjetische Kriegsgefangene, die beim Bau zweier großer Tanklager arbeiten mussten, innerhalb von drei Monaten ums Leben kamen. Mehr als 1000 Zwangsarbeiter starben in der Umgebung der Baustelle, hunderte wurden in Massengräbern beigesetzt. Das Buch benennt auch die Täter bis hin zu den Verantwortlich vor Ort. Untersucht wird auch, wie ganz unterschiedlich sich die Bevölkerung der Umgebung verhielt, Schließlich bezieht die Publikation auch die zahlreichen wechselhaften Debatten in Bremen über den Umgang mit dem Bunker mit ein.
Die nun vorliegende Gesamtdarstellung wird für den Aufbau der Gedenkstätte nützlich sein. Der Senat hat unlängst entschieden, dass die Landeszentrale für politische Bildung die wissenschaftliche Konzeption für die geplanten Gedenkstätte Bunker Valentin umsetzen soll. Der Bunker soll ein Ort des Gedenkens, der Erinnerung und der politischen Bildung für die nachwachsende Generation werden.
Marc Buggeln, Bunker „Valentin“, Marinerüstung, Zwangsarbeit und Erinnerung, edition temmen, ISBN 978-3-8378-4004-9, 16,90 Euro
20. 9. 2010
1. Konzeption
für die Gedenkstätte Bunker Valentin soll umgesetzt werden
Mitteilung der
Senatskanzlei
14. 9. 2010
Senat erteilt der Landeszentrale für politische Bildung Auftrag
Der Senat hat in seiner heutigen (14.9.2010) Sitzung die von ihm im März 2009
in Auftrag gegebene wissenschaftliche Konzeption der geplanten Gedenkstätte
Bunker Valentin zur Kenntnis genommen, die von der Landeszentrale für
politische Bildung erstellt wurde. Die Landeszentrale für politische Bildung
soll nun den Auftrag umsetzen.
Bürgermeister Jens Böhrnsen hatte bereits Anfang September 2008 anlässlich eines Gedenkstättenseminars in Bremen geäußert, dass der Bunker „unbedingt ein Ort des Gedenkens, der Erinnerung und der politischen Bildung für die nachwachsende Generation werden" müsse.
In diesem Sinne verfolgt die Konzeption das Ziel, einen Denkort aufzubauen, dessen Angebote dem neuesten Stand der Gedenkstättenpädagogik entsprechen. Dabei werden auch die Bedürfnisse derjenigen Besucherinnen und Besucher berücksichtigt, die alters- oder herkunftsbedingt keinen eigenen biografischen Bezug zur Zeit des Nationalsozialismus mehr mitbringen. Die Konzeption trägt dem „monströsen Bauwerk“, wie es Bürgermeister Jens Böhrnsen bezeichnet, Rechnung und soll inhaltlich die unwillkürliche Faszination, die von diesem Bauwerk ausgeht, aufnehmen und pädagogisch verarbeiten.
Das Konzept ist modular aufgebaut und lässt Spielraum für mögliche zukünftige Projekte. Die Entwicklung der Gedenkstätte ist für einen Zeitraum von fünf Jahren veranschlagt und bewegt sich im Rahmen der im Haushalt vorgesehenen Finanzmittel auf bremischer Seite.
Der Bunker wird zum Jahresende 2010 von der Bundeswehr an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) übergeben, die mit dem Land Bremen eine Nutzungsvereinbarung zugunsten des Betriebs der Gedenkstätte abschließen wird. Im Gegenzuge werden der BImA teilwirtschaftliche Nutzungen ermöglicht, um die laufenden Unterhaltungskosten erwirtschaften zu können. Mit der Aufnahme eines ersten Gedenkstätten- Betriebes ist im II. Quartal 2011 zu rechnen, zunächst noch auf Gruppenbesuche beschränkt.
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2. Neuerscheinung zur Geschichte des Bunkers Valentin
In der Edition Temmen ist soeben erschinen:
Bunker »Valentin«
Marinerüstung, Zwangsarbeit und Erinnerung
Von Marc Buggeln
400 m Länge, 97 m Breite und 33 m Höhe: Der Bunker »Valentin« in Bremen-Farge wirkt wie ein monströser Koloss, unzerstörbar und gebaut für die Ewigkeit. Er war eines der größten Rüstungsprojekte der NS-Kriegsmarine. Geschützt vor alliierten Bombenangriffen sollten hier U-Boote gebaut werden.
Heute erinnert der Bunker an eines der größten Verbrechen, die es in Bremen in der nationalsozialistischen Zeit gegeben hat. Denn für seinen Bau wurden mehrere Tausend Zwangsarbeiter eingesetzt – für viele endete der Einsatz tödlich.
Auf der Grundlage vieler neuer Erkenntnisse und neu gefundener Dokumente stellt dieses Buch die Geschichte des Bunkerbaus dar. Seine Bedeutung für die strategische Planung der Marine wird erläutert, die Rolle einzelner Personen – Täter wie Opfer – wird untersucht und das Verhältnis der Farger Ortsbevölkerung zum Bau wird ebenso in den Blick genommen wie die wechselhaften Debatten in Bremen über den Umgang mit dem Bunker seit Kriegsende. Damit liegt eine zuverlässige Gesamtdarstellung vor, die die im Aufbau befindliche Gedenkstätte »Bunker Valentin« begleiten soll.
Der Autor
Marc Buggeln, 1971 in Bremen geboren, studierte Geschichte und Kulturwissenschaften an der Universität Bremen. 2008 promovierte er zum Außenlagersystem des KZ Neuengamme. Seit 2009 ist Buggeln wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte der Humboldt-Universität zu Berlin. Buggeln gilt als bester Kenner der Geschichte des Bunkers und hat bereits mehrfach Aufsätze zum Thema publiziert.
Marc Buggeln
Bunker »Valentin«
Marinerüstung, Zwangsarbeit und Erinnerung
Hgg. v. d. Landeszentrale für politische Bildung Bremen
211 S.; 160 Abb.
21,5 x 26,5 cm, gebunden
ISBN 978-3-8378-4004-9
16.90 €
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3. Einladung zur Buchvorstellung
Im Rahmen der 483. Bremer Buchpremiere und in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Bremen präsentiert die Edition Temmen zusammen mit der Stadtbibliothek und dem Literaturkontor die neue Studie von Dr. Marc Buggeln zu einem bis heute diskutierten historischen Ort:
Donnerstag, den 23. September 2010, 19.00 Uhr
Zentralbibliothek, Wall-Saal
Am Wall 201, 28195 Bremen
»Bunker ›Valentin‹«
Ein Vortrag von Dr. Marc Buggelnmit einer Einführung von
Dr. Detlef Garbe (Leiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme)
Donnerstag, den 23. September 2010, 19.00 Uhr
Zentralbibliothek, Wall-Saal
Am Wall 201, 28195 Bremen










