In einer Parkanlage haben sich Menschen versammelt. Im Bildhintergrund sieht man eine Person an einem Rednerpult.
13.04.2024

Einweihung von zwei weiteren Gedenkstelen

Im April 1945 wurden die Außenlager des KZ Neuengamme geräumt. Der Weg der KZ-Häftlinge aus Meppen, Versen, Wilhelmshaven und Bremen führte durch Bremen-Farge, weiter in das Stammlager Neuengamme und das KZ-Auffanglager im Kriegsgefangenenlager Stalag X B Sandbostel. Das KZ-Außenlager Farge wurde so zu einer Zwischenstation für etwa 5 000 Häftlinge. Hunderte von ihnen starben auf den Todesmärschen entlang der Strecke an Entkräftung oder wurden von den begleitenden Wachmannschaften ermordet.

Mit Stelen entlang der Route soll an die Todesmärsche erinnert werden. Acht der geplanten 13 Stelen stehen bereits. Am Samstag, den 13.4.24, kamen zwei weitere Stelen in Bremen-Nord dazu: an der Gedenkstätte Bahrsplate und am Bahnhof Farge. Auf den weißen, einen Meter hohen Stelen sind senkrecht die Worte TODESMARSCH auf der einen und APRIL 1945 auf der anderen Seite zu lesen.

Weiße Stele, die mit dem Wort Todesmarsch beschriftet ist. Die Stele befindet sich in einer Grünanlage. Im Bildhintergrund stehen Menschen, die miteinander sprechen.
Gedenkstele in Bremen-Blumenthal, Bahrsplate (c) Denkort Bunker Valentin / LzpB Bremen

Auf Einladung des Denkort Bunker Valentin und der Gedenkstätte Lager Sandbostel kamen zahlreiche Personen in Bremen-Nord zusammen, um die Einweihung der Todesmarschstelen zu begleiten. Ines Dirolf von der Gedenkstätte Lager Sandbostel begrüßte die Gäste und ordnete die Stelen in den historischen Kontext der Todesmärsche ein. Thomas Backhaus vom Ortsamt Blumenthal verwies auf die Bedeutung der Stelen in der heutigen politischen Landschaft. Karsten Ellebrecht von der Internationalen Friedensschule des Gustav-Heinemann-Bürgerhauses Vegesack ging in seiner Rede auf die Geschichte der Häftlinge im KZ Bremen-Blumenthal ein. Besonders eindrücklich war die Rede von Kristof van Mierop, dem Enkel des ehemaligen KZ-Häftlings Roger Viyvey. Er beschrieb den Weg von Roger Vyvey vom Widerstand bis zu seiner Befreiung als KZ-Häftling in der Lübecker Bucht, welche Auswirkungen die KZ-Haft hatte und was die Memorierung für ihn als Enkel bedeutet.

Am Bahnhof Farge begrüßte der Leiter der Landeszentrale für politische Bildung Bremen, Thomas Köcher, die Gäste: „Die Stelen sollen für die Gesellschaft ein Zeichen mitten in der Öffentlichkeit sein, um zu mahnen, aber auch um Menschen zum Fragen zu animieren, was sich damals im April 1945 zugetragen hat.“.  Marcus Pfeiff vom Blumenthaler Beirat warnte dringlich vor dem Erstarken der Rechten und erinnerte daran, wie wichtig Erinnerung und Gedenkstätten sind. Die Historikerin Lilja Girgensohn erklärte in ihrer Rede Farge als Drehscheibe der Todesmärsche und die Rolle der Bevölkerung bei den Todesmärschen.

Weiße Gedenkstele mit der Aufschrift April 1945. Davor ein Kranz bunter Blumen und eine Frau die daneben kniet, um die Blumen zu herzurichten.
Gedenkstele am Bahnhof Farge (c) Denkort Bunker Valentin / LzpB Bremen

Das Projekt „Todesmarsch Farge – Sandbostel“ wurde 2021 ins Leben gerufen. Die Stiftung Lager Sandbostel realisierte es mit der Berufsschule Osterholz-Scharmbeck, den Waldschulen Schwanewede und Hagen-Beverstedt sowie der Oberschule Geestequelle in Oerel. Das niedersächsische Kultusministerium finanzierte das Projekt im Rahmen des Förderprogramms „75 Jahre Demokratie in Niedersachsen. Alles klar!?“. Wir danken neben den beteiligten Schulen, der Firma Gottfried Stehnke Bauunternehmung GmbH & Co. KG und der Farger-Vegesacker Eisenbahn für die Unterstützung bei diesem Projekt.

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